Montag, 12. Januar 2015

Schutzengel

Eines morgens bekam ich einen Anruf von der Bahnhofsmission aus Hannover. Sobald die Dame sich meldete, war mir klar, meine Tochter ist auf dem Weg in ihre Selbstständigkeit, im falschen Zug gelandet. Sie fuhr in entgegengesetzte Richtung. Ich muß dazu sagen, dass sie eine geistige Behinderung hat, und trotzdem, dass wir ihren Weg zur Arbeit mehrmals durchgeprobt haben, ist ihr dieses Mißgeschick passiert.
Kurz nachdem sie in den Zug eingestiegen ist, merkte sie, dass sie in die falsche Richtung fuhr. Den Mitreisenden erklärte sie ihre Lage. Normalerweise würde man am nächsten Halt aussteigen und auf den Zug in entgegengesetzte Richtung warten. Die Leute, die mit ihr fuhren merkten, dass es ihr an Orientierung fehlte und nahmen sie mit nach Hannover, um sie bei der Bahnhofsmission abzugeben.
Von dort kam dann der Anruf. Ich bat die Dame sie in den richtigen Zug zu setzen, der sie an den Ausgangsort zurückbringen würde. Ich hole sie dann am Bahnhof ab.
Als meine Tochter dann aus dem Zug stieg, folgten ihr zwei Männer, hätten Türsteher sein können, fast Angst einflößend. Das erste was sie sagten: "Wir wollten sicher gehen, dass ihre Tochter auch wieder gut ankommt." Erst jetzt erkannte ich die Situation. Meine Antwort war zu meiner Tochter gewandt: "Ich wußte gar nicht, dass du so berühmt bist und zwei Bodyguards hast." Zu den Sicherheitsleuten bemerkte ich: "Na ja, einer von euch hätte auch schon gereicht."
Nachdem ich mich herzlich bei diesen Herren bedankte, verabschiedeten wir uns.

Das erste, was meine Tochter sagte: "Ich wußte ja gar nicht, dass es die Bahnhofsmission in echt gibt. Ich kenn das nur aus dem Fernsehen."


Bei dieser Begebenheit ist mir mal wieder bewußt geworden. Ich kann meine Kinder nicht rund um die Uhr beschützen. Ich kann immer wieder nur den um Schutz bitten, von dem gesagt ist: "Er befiehlt seinen Engeln dich zu beschützen, wo immer du gehst."
Das gibt mir ein Stück weit Gelassenheit, weil ich weiß, da ist jemand, der seine Schutzengel beauftragt, und sei es in Form von Bodyguards.
Diese Situation hat mich neu gelehrt, da ist jemand, der besser aufpasst, als ich es je könnte, dem darf ich vertrauen.

So möchte ich euch herzlich grüßen.

Elisabeth

3 Kommentare:

  1. Zu der Geschichte fallen mir noch die Geschichte von der verschwundenen Tochter am Ostsee Strand ein und die kleine Tochter auf dem Campingplatz verloren ein!

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    1. Ja, da könnte ich noch einige hinzufügen. Ich könnte eine ganze Serie machen über meine verlorenen und zum Glück wiedergefundenen Kinder. Gruß Ma

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  2. GUAT das es immer wieda MENSCHEN gibt,,,
    de wos nit wegschaun sonder hinsehn,,,und helfen
    :: HOBTS no an feinen TOG
    BIS BALD de BIRGIT

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