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Sonntag, 10. Mai 2020

Reich beschenkt

Heute, am Muttertag bin ich wiedermal daran erinnert, wie reich beschenkt ich doch bin.
Vor 43 Jahren durfte ich zum ersten Mal, ganz persönlich, Gott auf frischer Tat erwischen, als er mir eine perfekte Neuschöpfung in die Arme legte. Unser erstgeborenes Mädchen.


Es dauerte gar nicht lange und das zweite Glück kam dazu. Auf den Tag genau, nach einem Jahr, wurde noch ein Wunder geboren, unsere zweite Tochter. Das Meisterstück unseres Schöpfers.


1 1/2 Jahre später bin ich noch mal reich beschenkt worden. Ein dunkelhäutiges Mädchen, dessen Mutter nach der Geburt gestorben ist, durfte ich ins Herz schliessen. Ein zuckersüsses Mädchen, das unter dem Herzschlag eines anderen jungen Mädchens, im Verborgenen, heranwuchs.


Vier Jahre später erblickte dann das nächste Wunschkind, im afrikanischen Dschungle das Licht der Welt. Unser aller Sonnenschein. Ein ganz besonderes Kind. Gott hat mich wertgeachtet und trotz meiner Unzulänglichkeit, für geeignet befunden, den Kampf für das Leben aufzunehmen und zu siegen. Nicht mit eigener Kraft, sondern mit seiner Hilfe.


Um das Glück perfekt zu erleben, kam unsere jüngste Tochter auf die Welt. Sie konnte ihre Freude manchmal nicht bändigen und übersprudelte alle mit ihren Glückgefühlen, sodass sie alle andern ansteckte und diesen Frohsinn selbst an ihre keine Tochter weitergegeben hat. In der Vierjährigen sehe ich immer wieder unsere Tochter im Kleinformat und erlebe das Glück somit doppelt.


 Inzwischen sind die Jahre vergangen, und jede von ihnen ist ein Original. Durch ihre Unterschiedlichkeit bin ich so reich beschenkt.
Vor Kurzem durfte ich unser 6. Enkelkind willkommen heissen.

Ich hoffe ihr hattet auch einen schönen Muttertag voller Überraschungen.

So hoffen wir, dass der Lockdown bald ganz aufgehoben wird und wir im Kreise unserer Lieben wieder zusammen sein können.

Liebe Grüße Elisabeth



Sonntag, 9. Juli 2017

Krumme Linien - crooked lines

Heute erzähle ich euch eine Geschichte aus dem wahren Leben. Eine Geschichte, in der sich zeigt, dass Gott aus einem Baby, dass im Grunde keine Zukunft gehabt hätte, eine Frau werden lässt, die heute ein glückliches Leben führt. Diese junge Frau liegt mir besonders am Herzen, weil ich mit ihr ein Stück meines Herzens in Afrika gelassen habe.
Schon mehrmals habe ich sie bei Blogeinträgen erwähnt. Wer schon länger meinen blog liest, erinnert sich vielleicht.


 Für diejenigen, die neu dazugekommen sind, noch mal eine kurze Zusammenfassung.


Vor fast 40 Jahren sind wir als Familie, mit zwei kleinen Kindern, (9 Monate, und 1 Jahr und 9 Monate alt) als Missionare nach Kamerun gegangen. Meine Aufgabe war, in einer Schule für Hauswirtschaft zu unterrichten. Eine Aufgabe mit vielen Herausforderungen. Nach kurzer Zeit hatten wir ein afrikanisches Mädchen, ein kleines Baby von 6 Wochen, aufgenommen. Ihre Mutter, ein 16 jähriges Mädchen, starb bei der Geburt. Normalerweise werden diese Babies im Urwald ausgesetzt und den Tieren überlassen, weil in der Gegend, aus der sie kommt, Zauberei und Aberglaube die Menschen beeinflusst.
Ihre Großmutter hatte Mitleid und brachte sie zu Kollegen, zu einer Missionsstation. Während eines Besuchs bei dieser Familie, die in dieser abgelegenen Gegend eine Krankenstation aufgebaut hatten, und zu ihren zwei eigenen, schon zwei weitere Kinder angenommen hatten, habe ich die kleine Bernice sofort ins Herz geschlossen und wir haben sie mitgenommen. So wuchs sie die ersten Lebensjahre bei uns auf, sprach Deutsch und Pidginenglisch.



Als dann unsere 3. Tochter, Rebekka, geboren wurde und 3 Tage nach der Geburt Neugeborenenkrämpfe bekam, die lebensbedrohlich waren, eine medizinische Versorgung in Kamerun nicht möglich war, mußte ich mit ihr so schnell wie möglich nach Deutschland fliegen. Zurück blieben mein Mann und meine drei Mädels. Ich wußte sie in guten Händen.
Nach 4 Monaten intensiver Behandlung hatte ich den Rückflug nach Kamerun gebucht, um meine Lieben dort wiederzusehen. Durch einen erneuten Rückfall war es nicht möglich den Flug anzutreten.
So mußten auch mein Mann und die Kinder, schweren Herzens, Kamerun verlassen.
Da es für uns als Ausländer in Kamerun noch kein Adoptionsgesetz gab, hatten wir keine Wahl Bernice mitzunehmen. Wir hätten sie damals für ein Jahr mit nach Deutschland nehmen können, aber dann hätte sie allein, im Alter von 5 Jahren, wieder zurück geschickt werden müssen. Das war für uns keine Option. Sie zu ihrem alten Vater, damals mit 5 Frauen, in ein abgelegenes Urwalddorf, 4 Stunden Fußmarsch zur nächsten Strasse, zurückzuschicken, war undenkbar.
Was tun? Mein Mann und ein Kollege fanden dann ein junges, afrikanisches Ehepaar, die sie gerne aufnehmen wollten.
So kam Bernice im Alter von 5 Jahren zu diesem Paar. Sporadisch hörten wir immer wieder mal, dass es ihr in dieser Familie, die später noch 5 eigene Kinder hatten, sehr gut geht. Diese Nachrichten machten es mir ein wenig leichter den Trennungsschmerz zu ertragen. Zum Andern kam hinzu, dass ich immer wieder um ihren Schutz beten konnte und darüber Frieden fand. Gott, der dafür gesorgt hat, dass sie am Leben blieb, wird auch weiter für sie sorgen.
Einmal hatten wir die Gelegenheit, als sie ca. 20 Jahre alt war, sie kurz in Afrika zu treffen. Danach verlor sich ihre Spur, nachdem sie kurz darauf geheiratet und einen andern Namen hatte.
Vor ein paar Tagen hat sie durch "Zufall" oder Fügung, den Namen meines Mannes bei einem Bekannten von ihr, im Internet gesehen und erinnerte sich. So konnte sie gleich den Kontakt über Internet herstellen. Die Freude war auf beiden Seiten riesengroß, nach so langer Zeit wieder in Kontakt zu kommen.
So gibt es so vieles auszutauschen. Über WhatsApp und facebook sind wir nun ständig in Verbindung. Sie ist so glücklich über ihre ersten Lebensjahre, von denen sie kaum Erinnerungen hat, zu erfahren.
Und sie bestätigt mir immer wieder, dass sie in ihrer Familie, wie ein eigenes Kind angenommen und aufgewachsen ist. Und berichtet nur Positives von ihren Eltern und Geschwistern.
Sie selber sagt: "God had a plan for my life and he cared for me. So I am very happy."
Gott hat einen Plan für mein Leben und er hat mich beschützt. Ich bin so glücklich. Ich bin so reich beschenkt und habe so viele Geschwister, einige, die sie nun neu kennenlernen kann.



Sehr oft habe ich mich mit der Frage auseinandergesetzt. Was wäre aus Bernice geworden, hätten wir sie nach Deutschland mitnehmen können? Wie geht es Kindern, die in zwei sehr unterschiedlichen Kulturen aufwachsen? Die sogenannten Third Kulture children. Was macht das mit ihrer Identität? Fragen über Fragen. Ich habe keine Antwort, weil ich keinen Vergleich habe.
Hätte Bernice sich auf Dauer in Deutschland wohlgefühlt?
Nun zu hören, dass ihre Kindheit und ihr Erwachsen werden so einen guten Verlauf genommen hat, bestätigt mir, dass es ein guter Plan für ihr Leben ist. Und dass Gott aus einem Leben, das dem Tod geweiht war, einen fröhlichen und dankbaren Menschen machen kann.
Gott schreibt wirklich auf krummen Zeilen gerade.

Herzliche Grüße Elisabeth


Mittwoch, 18. Mai 2016

side by side

Seit 40 Jahren mit dem Mann an meiner Seite, den ich als ersten und einzigen in meinem Leben liebe. 40 Jahre gemeinsam durch dick und dünn.


Vier wundervolle Töchter sind uns geschenkt und inzwischen auch vier Enkelkinder.


Es ist schön, Freud und Leid mit jemanden, dem man vertraut, teilen zu können.


Side by Side durchs Leben gehen.


Ich hoffe , dass wir gemeinsam alt werden und noch viele Sonnenuntergänge gemeinsam bestaunen können.


Ich bin froh, dass Martin der Mann meines Lebens ist, und nicht nur eines Lebensabschnitts. Dass er nun schon so viele Jahre mir treu zur Seite steht.


 Mein Eheversprechen würde ich jederzeit wiederholen: Ja, mit Gottes Hilfe.
Es ist gut zu wissen, dass wir die Klippen und Stürme des Lebens nicht allein umschippern müssen, dass da ein Steuermann ist, der uns sicher in den Hafen bringt.

Liebe Grüße Elisabeth

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Heute vor 30 Jahren

kam unsere Tochter Rebekka, unter dem lauten Gezierpse und Gepfeife des afrikanischen Urwalds, zur Welt. Die einzige Beleuchtung im Kreissaal, wenn ich den so nennen kann, eigentlich war es nur ein kleiner Raum in einer Krankenstation, war eine kleine Gaslampe.


Zwei schweizer Hebammen haben uns beide und auch meinen lieben Mann liebevoll umsorgt. Am 3. Tag nach der Geburt wurde Rebekka auffällig. Sie lief blau an, bekam Krämpfe mit Atemstillstand.
Die Hebammen schickten uns in ein abgelegenes Krankenhaus, mitten im Urwald. Vier Stunden Autofahrt auf ausgefahrenen Pisten, weil sie hofften, dass der Schweizer Arzt dort weiterhelfen könnte. Die staatlichen Krankenhäuser hatten seinerzeit einen sehr schlechten Ruf.


Wir verbrachten vier Tage in dieser Klinik. Mein Mann und ich haben uns ein 70 cm breites Bett geteilt, aber das hat mich davor bewahrt in einem Schlafsaal unterzukommen. Für unser leibliches Wohl mußten wir selbst sorgen. Trotz Behandlung verschlechterte sich der Zustand von Rebekka. So riet man uns, so schnell wie möglich, nach Deutschland zu fliegen, das hieß die Piste wieder zurückzufahren, spät in der Nacht die Koffer packen, um den nächsten Flug zu organisieren. Es brauchte viel Überredenskunst, die Angestellten der Fluggesellschaft zu überzeugen, ein todkrankes Kind, ohne ärztliche Begleitung, auf die weite Reise  mitzunehmen.
Wir suchten dann einen befreudeten Arzt in der Stadt auf, der einen Krankenwagen organisierte, um einen Kinderarzt aufzusuchen. In den staatlichen Krankenhäusern sind nachts keine Ärzte im Dienst, man muß zu ihnen nach Hause fahren. Der erste Arzt war im Kino, also fuhren wir mit dem Krankenwagen ans andere Ende der Stadt, um nachts um 12 Uhr eine ungarische Kinderärztin zu treffen. Mit ihr fuhren wir dann ins Krankenhaus um verschiedene Untersuchungen machen zu lassen. Morgens um 8 Uhr sollte mein Flug gehen und obwohl die Ärztin die halbe Nacht mit uns in der Klinik verbracht hatte, war sie morgens am Flughafen und hat auf der Flughafentoilette für Rebekka eine Magensonde gelegt, unter sehr hygenischen Umständen, dass ich ihr unterwegs wenigstens etwas Milch geben konnte.


In Genf hatten wir Zwischenlandung. Eine Bekannte, die ich zufällig im Flugzeug traf, und mir eine große Hilfe war, wurde in Genf abgeholt. Ich suchte während des kurzen Aufenthaltes eine Notversorgung auf. Die Krankenschwester hat uns gleich in die Uniklinik in Genf geschickt. Nach Deutschland würde die Zeit zum Überleben nicht mehr reichen.
Am meisten hat mich erschüttert, dass 7 Ärzte herbeigerufen wurden, aber keine Behandlung angefangen wurde, bevor die Kostenfrage nicht geklärt war. Ein Freund dieser Bekannten, der sie am Flughafen abgeholt hatte, war mit ins Krankenhaus gekommen und hat zunächst für alle anfallenden Kosten gebürgt. So konnte die notwendige Behandlung endlich beginnen.


Der Unterschied vom Buschkrankenhaus und der hightec Intensivstation war so krass, kaum auszumalen.
Drei Tage später war Rebekka soweit stabilisiert, dass ich nach Deutschland weiterfliegen konnte. So kam sie vom Flug direkt in die Kinderklinik, wo sie für einige Monate bleiben mußte.
Mir der Diagnose, mehrfach schwerstbehindert wurde sie dann entlassen.
Heute ist sie 30 Jahre alt geworden. Vor einigen Tagen sagte sie zu mir: "Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so alt werde." Ihr ist immer bewußt, dass ihr Leben an einem seidenen Faden hing.
Darum genießt sie jeden Geburtstag in dem Bewußtsein, dass sie leben darf.
Wer von euch noch interessiert ist, kann in einem früheren Post erfahren, was aus ihr geworden ist. Ich hatte sie euch schon mal vorgestellt.   H I E R

Jetzt noch ein aktuelles Geburtstagsfoto von heute.




Wenn das kein Grund zum Feiern ist.  Am Samstag steigt die große Party.

In all den Jahren hat sie unser Leben so reich beschenkt.

Für heute soll's genug sein.

Liebe Grüße Elisbeth

Mittwoch, 7. Mai 2014

Heute vor 38 Jahren

haben wir uns das JA Wort gegeben, und sagen immer noch: "JA, mit Gottes Hilfe."


Tschuldigung für die schlechte Qualität des Fotos, ist halt schon 38 Jahre alt.

Und das ist aus unserer Zweisamkeit entstanden.

Leider gibt es nicht all zu oft Bilder, wo wir alle beieinander sind.

 Dankbar schaue ich auf all die Jahre der Gemeinsamkeit zurück.


Unser Nest ist inzwischen leer geworden, der Nachwuchs ausgeflogen.


Unsere Ehe haben wir bewusst unter dem Zeichen des Kreuzes geschlossen und durch die Annahme und Vergebung die wir selber durch den Opfertod Jesu am Kreuz erfahren haben, können wir auch einander annehmen und uns gegenseitig vergeben. Das ist wohl der Grund, dass wir schon so lange glücklich zusammen sind und jeden Tag eine neue Chance bekommen, es besser zu machen.
Als Motto für unsere Ehe haben wir in unsere Ringe den Vers aus Josua 24, 15 eingravieren lassen.
"Ich und meine Familie wollen dem Herrn dienen."

Wie Ihr seht, sind die Ecken und Kanten unserer Ringe schon ganz schön abgenutzt, so wie das im Leben halt auch in einer Beziehung geschieht und das ist gut so und wir können uns gegenseitig helfen unsere Macken abzuschleifen.
So habe ich allen Grund für die letzten 38 Jahre der Gemeinsamkeit dankbar zu sein
und sage

nach 38 Jahren immer noch:

"Ja, mit Gottes Hilfe."


Herzliche Grüße Elisabeth

Freitag, 28. März 2014

Neue Herausforderungen annehmen


Man sagt ja so landläufig:  "Mit 60 fängt das Leben erst richtig an."  Die Einen fangen an sich zur Ruhe zu setzen, Andere entdecken das Leben ganz neu und stellen sich neuen Aufgaben.
Neben verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten, hatte meine Familie immer Priorität. Vier Kinder großzuziehen ist ein hartes Stück Arbeit. Mit Schwiegereltern und 2 Pflegekindern hatte ich zeitweise einen 9 Personenhaushalt zu führen. Sozusagen, meine kleine Firma zu managen.
Heute, wo alle Kinder aus dem Haus sind, wurde eine neue Aufgabe an mich herangetragen. Eine Arbeit, die ich nicht gesucht habe. Ich bekam ein Jobangebot als pädagogische Ergänzungskraft. Dieser Herausforderung habe ich mich gestellt und darf nun 3 Familien ganz praktisch unterstützen. Ich stelle immer wieder fest, dass ich auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann und es macht mir richtig Freude.
Selbst wenn ein 11 jähriger zu mir sagt: "Du kannst wohl kein Nein akzeptieren." Schmunzel...
Oder bei den kleineren Kindern kann ich mit dem Kaugummilied von Daniel Kallauch punkten.
Es macht mir Freude, diese Menschen so anzunehmen, wie sie sind, weil ich mich selber angenommen weiß.


Und so hoffe ich, ein bißchen Freude und Hoffnung in diese Häuser mitzubringen und die Mütter zu motivieren ihre Aufgaben wahrzunehmen.

Liebe Grüße Elisabeth