Die Begebenheit, über die ich berichten möchte, passierte zu einer Zeit, als es noch möglich war, als Torist durch die Wüste Sahara zu fahren. Wir als Familie lebten damals in Kamerun. Ein befreundetes Pärchen kam einmal im Jahr bei uns vorbei, um LKW's, die sie durch die Wüste brachten, in Kamerun zu verkaufen. So nutzten meine Schwiegereltern die Gelegenheit, gute deutsche Sachen für uns mitzuschicken. Der Schwiegervater zimmerte eine Kiste, die dann mit lauter Nettigkeiten befüllt wurde. Doch in dem einen Jahr endete die Fahrt an der Grenze zum Niger, weil der LKW schon dort verkauft werden konnte. Als wir die Nachricht erhielten, war uns klar, all die schönen Sachen aus Deutschland, die für uns eingepackt waren, sind auf der Strecke geblieben. Wir haben sie abgeschrieben.
Eines Tages, es war drei Tage vor Weihnachten, fuhr mein Mann in die 80 km entfernte Stadt, um für Weihnachten einzukaufen. Er kam unverrichteter Dinge mit der Nachtricht zurück, die Bank habe einen Fehler gemacht und es sei kein Geld auf dem Konto. Damals gab es noch keine EC Karten und ein eingegebener Scheck nach Deutschland brauchte 2 Monate, bis das Geld auf unserm Konto war. Uns war klar, wir sind ohne Geld, (Kredite gab's für Ausländer nicht) und das zu Weihnachten. Keine Geschenke für die Kinder, und wie sollen wir die Zeit überbrücken. Zu den Afrikanern gehen, die selbst nichts haben, konnten wir auch nicht. In dieser aussichtslosen Situation setzten wir uns um die Mittagszeit an den Fluß, mit unsern drei kleinen Kindern, und haben Gott um Hilfe gebeten. Und was soll ich sagen, noch während wir dort saßen, kam unser houseboy ganz aufgeregt: "Ihr müsst schnell kommen, da fahren mehrere LKW's auf den Hof." Wie sich dann herausstellte, kam dies befreundete Pärchen und wollte 9 LKW's bzw. PkW's auf unserm Gelände unterstellen, bis die Fahrzeuge nach und nach verkauft wären. Zu unserer Überraschung war auf einer der Ladeflächen unsere Kiste, schon halb auseinandergefallen, die wir verschollen glaubten. Auf ihrer Reiseroute, steuerten unsere Freunde die Zollstation im Niger an, und holten unsere Kiste wieder ab.
Es ist kaum zu glauben, aber die geöffnete Kiste hat ein Jahr lang, am Rande der Wüste, an einer afrikanischen Zollstation gestanden, ohne dass etwas herausgenommen war. Es kam uns vor, wie Weihnachten und Ostern gleichzeitig. Es waren Weihnachtsgeschenke für die Kinder, Ein Eimer deutsches Sauerkraut, mehrere Salami und viele andere Überraschungen. Für uns war es ein Wunder, dass die Kiste uns zu einer Zeit erreichte, wo der Inhalt uns ein großer Segen war. Zu Weihnachten Sauerkraut und Würstchen, und das in Afrika. Der Zeitpunkt hätte passender nicht sein können. Und das Erstaunliche war, dass wir in den folgenden Wochen mit Lebensmitteln von den Afrikanern versorgt wurden, obwohl wir Niemanden von unserer Notlage erzählt haben. Ich erinnere mich, dass wir zu Weihnachten einen Hahn, so groß, wie ich in meinem ganzen Leben zuvor noch nie gesehen habe, wohlgemerkt - lebendig, geschenkt bekamen. Andere brachten Eier, Kochbananen, Yam und vieles mehr. Die Versorgung hörte wieder auf, sobald wir wieder Geld hatten.
Dann war da noch die offene Tankrechnung von umgerechnet ca. 400 DM, die wir einmal im Monat bezahlten. Die Freunde bestanden darauf uns für das Unterstellen der Fahrzeuge, auf unserm bewachten Gelände, genau 400 DM zu geben. Von unserer offenen Rechnung konnten sie ja nichts wissen.
Da kann man nur Staunen, wie die Hilfe "Just in Time" kam, aber das größte Wunder für uns war, dass vom Inhalt der Kiste, laut beigefügter Liste, nichts fehlte, obwohl die Kiste, ein ganzes Jahr lang, geöffnet am Wüstenrand, auf einer Zollstation darauf gewartet hat, abgeholt zu werden. Der Zeitplan mußte eingehalten werden, damit die Kiste gerade in dem Moment, nach langer Reise über afrikanische Pisten, ankommt, wo wir als Familie am Fluß sitzen und Gott um unsere Versorgung für die nächsten Wochen bitten. Selbst die Salami hätten wir gerne noch gegessen, trauten uns aber nicht. Unsere Hunde haben sich daran erfreut und sind nicht an einer Lebensmittelvergiftung gestorben.
Bei dieser Verkettung von Ereignissen, kann ich einfach nicht mehr an Zufall glauben. Da gibt es Jemand, der über alles die Kontrolle hat und Ihm darf ich vertrauen, unserm großen Gott.
Bei Gelegenheit müßte ich die passenden Dias mal heraussuchen und einscannen, vom Gockel und auch von der Kiste, um euch die Bilder noch nachzureichen.
So wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende.
Es grüßt ganz herzlich Elisabeth
Unglaublich toll!! Da fehlen mir die Worte. Gott ist wirklich so gut zu uns!
AntwortenLöschenDanke für das schöne Zeugnis.
Liebe Grüße
Lydia
gerade hab ich hier deinen Beitrag gelesen
AntwortenLöschenund es hat mich an die Geschichte meiner Schwiegermutter erinnert
es war nach dem Krieg..
meine Schwiegermutter war ausgebombt ..ihr Mann in den letzten Kriegswochen gefallen..die Mutter hatte keinen Lebensmut mehr besessen und war ebenfalls gestorben..von 3 kleinen Kindern hatte eines die Diphterie nicht überlbt .. und es war Weihnachten..
sie hatte kein Geld mehr ..nich mal um etwas zu essen zu kaufen..
sie weinte bitterlich und betete..
da klingelte es an der Tür..der Paketbote stand davor mit einen großen Paket..von den Großeltern..es sollte aber 2 Mark kosten..
in ihrer Not lieh sie sich das Geld bei einer Nachbarin..
neben schönen Sachen für die Kinder und allerhand Lebensmitteln lagen oben auch 5 Mark..
es wurde noch ein schöne ..dankbares Weihnachtsfest..
mein Mann hatte als sehnlichsten Weihnachtswunsch ein Stück Fleischwurst..die bekam er..
manchmal denke ich daran wenn ich sehe was Kinder heute so unter dem Christbaum liegen haben..
liebe Grüße
Rosi
Hallo Rosi, was für eine schöne Erfahrung, die deine Schwiegermutter gemacht hat. Es lohnt sich, auf Gott zu vertrauen.
LöschenLiebe Grüße Elisabeth