Normalerweise wurde im Judentum am Abend vor dem Karfreitag das
Passahfest, zur Erinnerung an den Auszug der Israeliten aus der
Gefangenschaft aus Ägypten mit einem festlichen Abendessen, gefeiert.
Doch was unterscheidet die Nacht des Verrats von allen andern Nächten?
Der Abend vor dem Karfreitag sollte für alle Christen, weltweit und über
die Jahrhunderte in Erinnerung gehalten werden, weil das Abendmahl Teil
des Erlösungsplanes Gottes ist, nämlich die Erlösung der Menschen.
Jesus selbst lädt als Gastgeber seine 12 Freunde zu diesem festlichen
Mahl ein, obwohl er weiß, Judas wird ihn, noch in dieser Nacht verraten,
Petrus wird ihn ein paar Stunden später verleugnen und all die Andern
werden ihn auch im Stich lassen. Und trotzdem sind Alle eingeladen.
Es ist die Nacht, in der alle Welt sich gegen ihn wendet, die
religiösen Führer, die Handlungsmacht der Römer, seine Freunde, die
öffentliche Meinung und, wie es scheint, Gott selber. (Jesus ruft später
aus, "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?")
Während sie noch zusammen am Tisch sind, teilt Jesus ihnen mit: "Einer
von euch wird mich verraten." Jeder hätte es sein können. Alle
hinterfragten sich: Könnte ich derjenige sein? Sie waren alle am
Zweifeln. Ihr Glaube wurde erschüttert und damit auch ihr Gottesbild.
In ähnlicher Situation finden wir uns heute wieder. Sicher nicht, dass
unser Leben so massiv bedroht wird, aber veraten wir Jesus nicht auch
schon mal?
Schon im Vorfeld suchten die Hohenpriester und Schriftgelehrten nach
einer günstigen Gelegenheit. bei der sie Jesus heimlich festnehmen und
umbringen lassen könnten. Sie wollten unbedingt vermeiden, dass es zu
Unruhen im Volk während des Festes kommt.
Judas bot sich den Hohen Priestern an, für Geld Jesus zu verraten. Er
hatte die 30 Silberlinge schon in der Tasche, als er zum Fest ging.
Als Jesus und seine 12 Jünger im Festsaal versammelt sind, kann die Zerimonie beginnen. Jesus nahm das Brot,
dankte, brach es in Stücke und gab es den Jüngern.
Danach nahm er den Kelch mit Wein und reichte ihn weiter.
Dies war das letzte gemeinsame Abendessen.
Diese Nacht sollte unvergessen sein. Bis in unsere heutige Zeit werden wir beim Abendmahl immer wieder daran erinnert.
Danach machten sie sich auf den Weg zu ihrem Schlafplatz im Garten
Getsemane, wo Judas dann Jesus an die Soldaten mit einem Kuss verraten
hat. Daraufhin wurde Jesus gefangengenommen.
Etwas später verleugnete Petrus Jesus dreimal, dann krähte der Hahn.
Erst dann wurde dem Petrus bewusst, dass er Jesus verleugnet hat.
In diesen Ostertagen soll auch für uns diese Nacht unvergessen sein.
Das Außergewöhnliche an dieser Nacht war, dass Jesus nicht nur damals
Brot und Wein teilte, sondern dass die Auswirkungen jener Nacht bis in
unsere Zeit reichen, nämlich sein gebrochener Leib und sein vergossenes
Blut haben uns den Zugang zu Gott wieder möglich gemacht. Die Vergebung
der Schuld ist für alle Menschen erfahrbar geworden, daran erinnern uns
das Brot und der Kelch.
So wünsche ich euch allen gesegnete Ostertage.
Liebe Grüße Elisabeth