Wie schon einmal vor zwei Jahren sind wir gerade von einer Israelreise zurückgekehrt. Weil bei unserer letzten Reise für viele interessante Sehenswürdigkeiten, sei es mit historischen Hintergründen, Naturrservate, Strände am Mittelmeer, am Roten Meer, am Toten Meer oder am See Genezareth, die Zeit nicht reichte, haben wir noch einmal einen Urlaub in Israel geplant. Diesmal haben wir uns drei Wochen Zeit genommen. Es gibt wohl kaum ein kleineres Land mit soviel unterschiedlichen Gegenden, wie Israel. Das Hügelland von Galiläa, die Wüste Negev, das einmalige Badevergnügen am Toten Meer, die Strände am Mittelmeer, die Korallenriffe an der ägyptischen Grenze, die atemberaubende Kraterlandschaft, das pulsierende Leben in den Städten, geprägt von unterschiedlichen Kulturen, Canyon und Felsformationen. Dazu noch die historischen Ausgrabungsstätten mit vielen Beweisen zur biblischen Geschichte.
Weil die Reise, abenteuerlich, spannend, lehrreich, abwechslungsreich,
emotional, einmalig, traumhaft und ich weiß nicht was noch alles, war,
möchte ich euch gerne ein Stück mit auf die Reise nehmen und euch einen kleinen Einblick über viele unterschiedliche Eindrücke vermitteln.
Um eine Individualreise zu planen, braucht es ca. ein halbes Jahr Vorlauf.
Beginnen möchte ich erst einmal mit ein paar Tips zur Planung. Im Frühjahr ist eine gute Reisezeit vom Klima her. Allerdings sind wesentlich mehr Touristen unterwegs als in der heißen Zeit August/ September. Bedenken sollte man die jüdischen Feiertage. Wir hatten die Woche nach Ostern bis Mitte Mai gewählt. In diese Zeit fielen die Pessachwoche, der Holocaust Gedenktag, ein Feiertag zum Gedenken der gefallenen Soldaten und zivilen Opfer, der Unabhängigkeitstag, dann noch an den Wochenenden der Sabbath, der immer schon freitags um 16.00 Uhr beginnt und erst Samstags nach Sonnenuntergang endet. Hinzu kam noch die Eröffnung zum Ramadan, ein Feiertag für die Moslems. Man sollte bedenken, dass an den jüdischen Feiertagen die Geschäfte geschlossen sind und der öffentliche Verkehr eingestellt ist. Das Leben in Israel wird entschleunigt.

Wie gesagt, braucht es für die Planung Vorlaufzeit. Reisepässe überprüfen, Flugtickets organisieren, einen Zeitplan erstellen, für eine Rundreise die Unterkünfte rechtzeitig online buchen, Autovermietung kontaktieren, um ein passendes Auto zu mieten, (Personenzahl und Gepäck berücksichtigen) Wir waren mit 4 Personen unterwegs.
App fürs Navi auf deutsch, bzw. english herunterladen und sich mit den Verkehrsregeln und den gesperrten Gebieten befassen, eine ausführliche Karte, in der die Sperrgebiete eingezeichnet
sind, besorgen. In manche Gebiete darf man mit einem israelischen Auto nicht
hineinfahren. (Rote Hinweistafeln beachten). Ein paar Schekel im Voraus eintauschen. Mit Visakarte kann man an vielen Orten bezahlen oder vom Automaten Geld abheben.
Auslandkrankenversicherung abschliessen.
Wer ans Rote Meer möchte, sollte unbedingt eine Taucherbrille, Schnorchel und geschlossene Badeschuhe einpacken.
Wir hatten eine Tabelle erstellt mit Datum, Wochentag, (unterteilt in morgens, mittags, abends) Feiertag, Ort und Adresse der Übernachtung, Preise, Planung für den Tag, und Eintrittspreise.
Endlich kann die Reise beginnen.
Da wir an bestimmten Tagen günstige Flüge bekommen konnten, haben wir uns entschlossen, anstatt der geplanten zwei Wochen, drei Wochen unterwegs zu sein, und nicht die teuren Flüge zu nehmen.
Unser Flug war mit Swiss Air von Hannover über Zürich nach Tel Aviv. In Tel Aviv stellten wir fest, dass der Koffer von meinem Mann es nicht rechtzeitg ins Flugzeug geschafft hat. Wohlweislich packe ich immer Wechselwäsche für jeden noch mal ins Handgepäck und packe die Koffer nicht nach Personen getrennt, sondern habe in jedem Koffer Kleidung von mir, meinem Mann und unserer Tochter, für alle Fälle, falls ein Koffer nicht mitkommt. Zum Glück sagte man uns am Schalter, dass der Koffer seinen Weg über München genommen hat, und mit Verspätung in Tel Aviv ankommt. So wurden wir zwar etwas aufgehalten, waren aber froh, dass der Koffer sein Ziel erreicht hat. Mit der Bahn fuhren wir dann ins Zentrum von Tel Aviv, um dann mit dem Taxi zur Unterkunft in Jaffa zu kommen. Dort hatten wir ein kleines Apartment gemietet, welches für 4 Personen ausgeschrieben, allerdings nur für zwei Personen mit Geschirr ausgestattet war. Weil wir Selbstversorgung mit eingeplant hatten, haben wir natürlich Campinggeschirr dabei gehabt. Für die ersten Tage waren wir nur zu dritt, weil eine Tochter aus China erst später dazu kam. Die Möbel mussten wir dann für eine Nacht umstellen, weil bei ausgeklapptem Sofa, keiner mehr zur Toilette kam. Wir nahmen es mit Humor.

Jaffa, ein uraltes Städchen, am Mittelmeer gelegen, mit kleinen Gassen, lud zum Verweilen ein. Als wir uns mit Lebensmitteln eindecken wollten, stellten wir fest, dass wir mitten in die Pessach Woche gekommen sind und im Supermarkt viele Regale mit Folien zugehängt waren. In dieser Woche gibt es nur Lebensmittel, die koscher sind. Auch die Bäckereien sind geschlossen, so gibt es in dieser Zeit nur Matzen zu kaufen.
Wir verbrachten Zeit, den uralten Ort mit seinen engen Gassen zu erkunden.
Einen alten Hafen gibt es auch, wo schon König Salomo seine Zedern aus dem Libanon abladen und sie weiter nach Jerusalem transportieren ließ, um den Tempel dort zu bauen.
Im Kontrast zu dem alten Jaffa wächst die neue Skyline von Tel Aviv mit seinen wunderschönen Stränden am Mittelmeer.
Die ersten Tage waren wir viel zu Fuß unterwegs. Das Auto haben wir erst später für unsere Weiterreise nach Galiläa gebraucht.
Eine Fahrradstraße entlang der Mittelmeerküste lädt zu einem Trip mit dem Elektrorad oder Roller ein.
Als Eisenbahnliebhaber wollte mein Mann noch den historischen Bahnhof Ha Tachana von Tel Aviv besichtigen. Aus den alten Gebäuden ist ein Kulturzentrum entstanden. Dort fand gerade ein Flohmarkt statt. So war es für mich ein interessanter Ausflug.
Da wir am Sabbath dort waren, waren viele jüdische Familien unterwegs und trafen sich dort in einem gemütlichen Kaffee.
Auf dem Weg zu unserm nächsten Quatier in einem kleinen Kibbutz in Galiläa, legten wir einen Zwischenstop ein, um den National Park Tel Megiddo zu erkunden.
Beim nächsten Mal mehr darüber.
Liebe Grüße Elisabeth