Diesmal haben wir unsere Reise in Jerusalem ausklingen lassen und uns dafür einige Tage Zeit genommen.
Da wir unsere Unterkunft im Abrahamhostel hatten, das ziemlich im Zentrum und direkt an der einzigen Strassenbahnlinie liegt, haben wir den Mietwagen schon zurückgegeben. Allein die Parkgebühren sind hier sehr hoch und man kann die Altstadt sowieso nur zu Fuß erkunden.
Die Altstadt ist heute immer noch von riesigen Mauern umgeben, in die man durch verschiedene Tore hineingelangt. Eingeteilt ist die Altstadt in vier Quarter. Einen Jüdischen, einen Arabischen, einen Christlichen und einen Armänischen Teil. Jeder Teil hat einen spezifischen Charakter.
Da wir während unserm letzten Aufenthalt vor zwei Jahren nicht die Zeit für alle Sehenswürdigkeiten hatten, oder den Teich Bethesda nach mehrmaliger Suche einfach nicht fanden, oder auf manche Ausgrabungsstätte erst nach unserer Reise aufmerksam wurden, hatten wir verschiedene Ziele schon vor unserer Reise festgelegt, wie z.B. Davids Stadt, außerhalb der Stadtmauern von Jerusalem und südlich von der Altstadt.
Unsere erste Besichtigung war die City of David.
Über viele Jahrhunderte, ja sogar teilweise bis heute, wurde bestritten, dass König David in Jerusalem seinen Palast hatte. Die Ruinen, und damit auch die archäologischen Funde, die nachweislich David zugeordnet werden können, sind ein Beweis dafür, dass die Aussagen der Bibel mit der Archäologie übereinstimmen.
König David verließ vor ca. 3000 Jahren Hebron, um seine Residenz in Jerusalem aufzubauen. Er wollte diesen Ort zum religiösen, sowie zum politischen Mittelpunkt machen. In 2. Samuel 5,4 - 5 können wir nachlesen, dass David 7 1/2 Jahre in Hebron als König regierte, und danach für 33 Jahre in Jerusalem. Seit einigen Jahren ist diese Stätte eine der wichtigsten archäologischen Ausgrabungen im Vergleich zur Bibel und somit das älteste, bewohnte Gebiet von Jerusalem.
Salomo, Davids Sohn erbaut hier den Tempel und den Königspalast. Die Fundamente der uralten Stadtmauer sind heute freigelegt und unterschiedliche Zeitepochen sind durch Funde nachgewiesen.
Ein unterirdisches Wassersystem, der Hiskiatunnel kann heute durchwandert werden. An manchen Stellen sehr eng und glitschig. Der Tunnel wird heute noch aus der alten Quelle gespeist.
Von hier aus wanderten wir weiter durch das Kidrontal zum Garten Gethsemane.
Hier kommt man an verschiedenen, in den Fels gehauenen Gräbern vorbei und hat einen schönen Blick auf das goldene Tor, das direkt nach der Wiederherstellung der Stadtmauer unter türkischer Herrschaft wieder zugemauert und versiegelt wurde.
Mir war nicht bewusst, dass der Anstieg zum Garten Gethsemane doch noch so weit ist. Aber die Mühe hat sich gelohnt.
Hier hatten wir eine Zeit des Innehaltens und einen fantastischen Ausblick auf die Stadt Jerusalem. Was uns in unserer Ruhe gestört hat, war, dass von der Al-Aqsa-Moschee über Lautsprecher eine Ansprache herüberschallte, wo gerade das Fastenbrechen nach dem Ramadan gefeiert wurde.
Wir wunderten uns schon, dass die Hauptstrassen in Jerusalem gesperrt waren und schwarzgekleidete Menschenmassen durch das Löwentor in die Stadt drängten.
Als wir uns auf den Rückweg machten und durch die Altstadt die Abkürzung nehmen wollten, trafen wir auf die Menschenmassen, die gerade die Moschee verliessen. Wie wir später erfuhren, waren es 180000 Besucher, die sich durch die engen Gassen quälten. Eine Erfahrung, die ich nicht noch einmal erleben möchte. In diesem Menschenstrom, alle in Schwarz gekleidet, z. T. verschleiert, wurde man einfach mitgeschoben.
Natürlich gab es strenge Polizeikontrollen, die für Sicherheit sorgten. Es war befreiend, die Altstadt durch das Jaffator wieder verlassen zu können.
So macht man halt so seine Erfahrungen.
Liebe Grüße Elisabeth

Ohhh, das ist so ein wundervolles Land und ich sollte unbedingt wieder einmal hin. Danke für die Erinnerung und die schönen Eindrücke.
AntwortenLöschenHab eine feine Zeit
Elisabeth