Schon mehrmals habe ich euch von meinen Töchtern berichtet. Obwohl ich glaubte, auf eine von ihnen, immer besonders gut aufgepasst zu haben, habe ich sie am meisten von allen, immer wieder mal aus den Augen verloren. Sie brauchte besondere Aufmerksamkeit, weil sie geistig behindert ist.
Ich erinnere mich an einen Einkaufsbummel in Siegen-Weidenau. Wir hielten uns in einem fast menschenleeren Spielwarengeschäft auf. Obwohl die Gänge dort leer waren, hat es unsere Tochter geschafft, zu entkommen. Zu der Zeit war sie 4 oder 5 Jahre alt. Sie fand den Weg nach draußen, und befand sich in einer fremden Stadt, mitten in der Füßgängerzone. Wir suchten, ohne Ergebnis, alle Straßen und Geschäfte ab, in denen wir vorher waren und überlegten wie und wo wir sie finden könnten.
Sie muß, ohne Orientierung, um mehrere Ecken gelaufen sein. Irgendwie hat sie unsern geparkten Bulli entdeckt und dann eine vielbefahrene, vierspurige Straße überquert und sich direkt vor unserm Wagen in einen Pflanzkübel unter eine Trauerweide gesetzt. Wie sie diese Straße heil überqueren konnte, ist mir heute noch ein Rätsel.
Ihr könnt euch kaum vorstellen wie groß unsere Erleichterung war, es sei denn, jemand von Euch hat selbst mal ein Kind verloren. Was hätte nicht alles passieren können.
Es ist beruhigend zu wissen, da ist jemand, der trotz meines Versagens, aufpasst. Ein Stoßgebet kann sehr hilfreich sein, die Ruhe zu bewahren.
Und Euch jungen Müttern möchte ich raten, sollte Euch wirklich mal ein Kind verlorengehen, nicht gleich in Panik zu verfallen, sondern Euch vertrauensvoll an den zu wenden, der gesagt hat: Lasst die Kinder zu mir kommen...
Solche Begebenheiten habe ich mehrmals durchlitten. Bei vier Mädels, die alle einen großen Entdeckerdrang hatten, kam das schon mal vor.
Dann gab es Situationen, bei denen meine Mädels mir gebracht wurden, bevor ich sie vermisst hatte. Da hinterfragt frau sich selber schon mal, was mache ich falsch, dass so etwas passieren kann. Ich möchte hier keine Entschuldigungen oder Erklärungen vorbringen. Ich bin einfach nur dankbar, dass es immer ein Happy End gab.
Ich wünsche Euch eine angenehme Woche.
Liebe Grüße Elisabeth
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