Mittwoch, 8. Oktober 2014

Heute vor 30 Jahren

kam unsere Tochter Rebekka, unter dem lauten Gezierpse und Gepfeife des afrikanischen Urwalds, zur Welt. Die einzige Beleuchtung im Kreissaal, wenn ich den so nennen kann, eigentlich war es nur ein kleiner Raum in einer Krankenstation, war eine kleine Gaslampe.


Zwei schweizer Hebammen haben uns beide und auch meinen lieben Mann liebevoll umsorgt. Am 3. Tag nach der Geburt wurde Rebekka auffällig. Sie lief blau an, bekam Krämpfe mit Atemstillstand.
Die Hebammen schickten uns in ein abgelegenes Krankenhaus, mitten im Urwald. Vier Stunden Autofahrt auf ausgefahrenen Pisten, weil sie hofften, dass der Schweizer Arzt dort weiterhelfen könnte. Die staatlichen Krankenhäuser hatten seinerzeit einen sehr schlechten Ruf.


Wir verbrachten vier Tage in dieser Klinik. Mein Mann und ich haben uns ein 70 cm breites Bett geteilt, aber das hat mich davor bewahrt in einem Schlafsaal unterzukommen. Für unser leibliches Wohl mußten wir selbst sorgen. Trotz Behandlung verschlechterte sich der Zustand von Rebekka. So riet man uns, so schnell wie möglich, nach Deutschland zu fliegen, das hieß die Piste wieder zurückzufahren, spät in der Nacht die Koffer packen, um den nächsten Flug zu organisieren. Es brauchte viel Überredenskunst, die Angestellten der Fluggesellschaft zu überzeugen, ein todkrankes Kind, ohne ärztliche Begleitung, auf die weite Reise  mitzunehmen.
Wir suchten dann einen befreudeten Arzt in der Stadt auf, der einen Krankenwagen organisierte, um einen Kinderarzt aufzusuchen. In den staatlichen Krankenhäusern sind nachts keine Ärzte im Dienst, man muß zu ihnen nach Hause fahren. Der erste Arzt war im Kino, also fuhren wir mit dem Krankenwagen ans andere Ende der Stadt, um nachts um 12 Uhr eine ungarische Kinderärztin zu treffen. Mit ihr fuhren wir dann ins Krankenhaus um verschiedene Untersuchungen machen zu lassen. Morgens um 8 Uhr sollte mein Flug gehen und obwohl die Ärztin die halbe Nacht mit uns in der Klinik verbracht hatte, war sie morgens am Flughafen und hat auf der Flughafentoilette für Rebekka eine Magensonde gelegt, unter sehr hygenischen Umständen, dass ich ihr unterwegs wenigstens etwas Milch geben konnte.


In Genf hatten wir Zwischenlandung. Eine Bekannte, die ich zufällig im Flugzeug traf, und mir eine große Hilfe war, wurde in Genf abgeholt. Ich suchte während des kurzen Aufenthaltes eine Notversorgung auf. Die Krankenschwester hat uns gleich in die Uniklinik in Genf geschickt. Nach Deutschland würde die Zeit zum Überleben nicht mehr reichen.
Am meisten hat mich erschüttert, dass 7 Ärzte herbeigerufen wurden, aber keine Behandlung angefangen wurde, bevor die Kostenfrage nicht geklärt war. Ein Freund dieser Bekannten, der sie am Flughafen abgeholt hatte, war mit ins Krankenhaus gekommen und hat zunächst für alle anfallenden Kosten gebürgt. So konnte die notwendige Behandlung endlich beginnen.


Der Unterschied vom Buschkrankenhaus und der hightec Intensivstation war so krass, kaum auszumalen.
Drei Tage später war Rebekka soweit stabilisiert, dass ich nach Deutschland weiterfliegen konnte. So kam sie vom Flug direkt in die Kinderklinik, wo sie für einige Monate bleiben mußte.
Mir der Diagnose, mehrfach schwerstbehindert wurde sie dann entlassen.
Heute ist sie 30 Jahre alt geworden. Vor einigen Tagen sagte sie zu mir: "Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so alt werde." Ihr ist immer bewußt, dass ihr Leben an einem seidenen Faden hing.
Darum genießt sie jeden Geburtstag in dem Bewußtsein, dass sie leben darf.
Wer von euch noch interessiert ist, kann in einem früheren Post erfahren, was aus ihr geworden ist. Ich hatte sie euch schon mal vorgestellt.   H I E R

Jetzt noch ein aktuelles Geburtstagsfoto von heute.




Wenn das kein Grund zum Feiern ist.  Am Samstag steigt die große Party.

In all den Jahren hat sie unser Leben so reich beschenkt.

Für heute soll's genug sein.

Liebe Grüße Elisbeth

Montag, 6. Oktober 2014

Herbststimmung

Der Herbst ist inzwischen bei uns eingezogen. Der Meistermaler zieht mit seinem Pinsel durch die Lande und malt die Blätter in den buntesten Farben. Manche Bäume leuchten wie ein Feuerwerk und versprühen ihre leuchtend roten Funken, andere erstrahlen in Gelb- bis Grüntönen.


Beim Anblick solch herrlicher Farben wird mein Leben entschleunigt und ich kann zur Ruhe kommen und die Seele für eine Weile baumeln lassen.


Dann gibt es aber auch noch die grauen Herbsttage, an denen sich der Nebel wie ein Schleier über das Land legt.


Der frische Tau  benetzt die Gräser.


Den Spinnen wird es langsam zu kühl in den Nächten. Sie kuscheln sich ein.





Etwas Geheimnisvolles liegt in der Luft. Ob die Sonne wohl durchkommt?


Vielleicht ist es, weil der Herbst so viele Gesichter hat, dass ich ihn so mag. Auf der einen Seite der goldene Oktober, der die Landschaft in der untergehenden Sonne golden erscheinen lässt, aber auch die trübe Stimmung, und alles wie verschleiert ist.
Genau wie in unserm Leben. Kein Tag ist wie der andere. Mal scheint die Sonne, mal zieht Nebel auf.
Mit 60 + kommt man so langsam in diesen Lebensabschnitt, obwohl ich mich noch nicht danach fühle, heißt es Loslassen von so manchem Wertvollen. Dinge, die mir wichtig waren, verlieren an Bedeutung.
Der Herbst beinhaltet aber auch Reife- und Erntezeit. Zum Teil können wir die Früchte ernten, die wir einmal ausgesät  und uns in Menschen investiert haben. Es ist eine Zeit der Neuorientierung für Beschäftigung, die nicht mehr so viel Kraft erfordert wie früher. Neue Hobbies werden entwickelt und Freiraum für mich selbst geschaffen.
An dem Alten krampfhaft festhalten verhindert die Freude an der Schönheit des Herbstes.
Das Leben wird entschleunigt 


 Die Reifezeiten des Lebens gehen meistens aus den Krisen hervor, formen am stärksten unsere Persönlichkeit und machen uns zu den Menschen, die wir sind. Mit dem Älterwerden lernt man auch für diese Zeiten dankbar zu sein.

So wünsche ich euch allen, die Sonnenseiten des Lebens zu geniessen und selbst, wenn Nebel deine Sicht der Dinge verschleiert, die Gewissheit zu haben, dass die Sonne über dem Nebel trotzdem scheint.

Liebe Grüße Elisabeth

Sonntag, 5. Oktober 2014

Gott sei Dank

Heute, am Erntedankfest möchte ich uns daran erinnern, wem unser Dank zusteht. Leider nehmen wir Alles viel zu selbstverständlich, oder schreiben uns auf die eigene Kappe, es sei unser Verdienst und vergessen dabei, dass wir uns den Segen Gottes nicht selber schenken können.
Darum möchte ich sagen: "Gott sei Dank, wem sonst?"


In der Herbst- oder Erntezeit wird mir das immer wieder neu bewusst, wieviel Reichtum und Vielfalt an Nahrungsmitteln wir doch haben. Wie gut es uns doch geht.

Kommt alle gut in die neue Woche und vergesst nicht dankbar zu sein.

Liebe Grüße

Elisabeth

Samstag, 4. Oktober 2014

Bauernmarkt

Das herrliche Wetter lockte nochmal zu einem Spaziergang über den Bauernmarkt.



Interessant waren die Wollschweine.



Wünsche noch ein schönes Wochenende.


Liebe Grüße Elisabeth

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Friday Flower

Und weil heute Feiertag ist, wird meine Blume auf dem Päsentierteller gezeigt. Ein langes Wochenende liegt vor uns und ich bin voller Vorfreude, weil Debby mit ihrer Familie zu Besuch kommt.


Als ich diese wunderschöne Topfblume in meinem Lieblingsblumenladen entdeckte, habe ich mich in sie verliebt,  Sie hat so ein zartes Rosa und in der Mitte den dunklen Farbtupfer.


Übers Wochenende ist Basteln angesagt, Pom Poms, Papierblumen, Wimpel, Tischdeko und wer kann das besser als Debby und ihre Mädels. 


Nun schicke ich diese wunderschöne Blüte weiter an Holunderbluetchen H I E R

EUCH ALLEN WÜNSCHE ICH EIN SONNENDURCHFLUTETES  LANGES WOCHENENDE.

Herzliche Blumengrüße Elisabeth

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Feigen mit karamelisierten Walnüssen

Frische Feigen haben zur Zeit Hochsaison. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass sie geschützt verpackt sind.
Feigen zählen zu den ältesten Früchten. Unter paradiesischen Zuständen sind sie schon im Garten Eden gereift.
Kein Wunder, dass sie paradiesisch schmecken.






Heute habe ich meinen Mann damit beglücken können. Es gab Feigen als Vorspeise.

Feigen halbieren, mit einem Streifen Géramont belegen und mit karamelisierten Wallnüssen servieren.

Für die Nüsse braucht man 100 g gehackte Walnüsse, 50g braunen Zucker und 40 ml Wasser.
Das Wasser in einen Topf geben und aufkochen. Den brauen Zucker darin auflösen und unter Rühren köcheln lassen, bis der Zucker etwas eindickt. Die gehackten Walnüsse zugeben und verrühren. Auf die mit Käse belegten Feigen geben. Einfach  P A R A D I E S I S C H .

Ist ganz einfach und schnell gemacht mit Gelinggarantie. 

 
Man kann auch Ziegenkäse nehmen und das Ganze im Ofen überbacken.

Werde ich beim nächsten Mal ausprobieren.

Und nun haben wir schon Oktober, wo ist nur die Zeit geblieben?

Liebe Grüße von Elisabeth

Sonntag, 28. September 2014

Hansestadt Lüneburg

Sightseeing in Lüneburg.
Ein Ausflug in diese geschichtsträchtige Stadt lohnt sich allemal. Von den beiden Weltkriegen ziemlich verschont, sind noch viele Bauten aus dem Mittelalter in norddeutscher Backsteingotik zu bewundern.




Lüneburg mit seinen kleinen Gassen und verwunschenem Hinterhofflair ist sehenswert, nur sollte man dort nicht mit High Heels anreisen.


Das Wahrzeichen von Lüneburg ist der alte Kran, der durch eine Tretmühle betrieben wurde und nach 500 Jahren immer noch funktionstüchtig ist. Früher wurde er zum Be- und Entladen der Schiffe eingesetzt.




Leider war die Zeit zu kurz, um noch mehr zu sehen. Darum rate ich mindestens zwei Tage Zeit zu nehmen, um Lüneburg zu erkunden.
Es gibt soviel zu entdecken und zu bestaunen.
Habt ihr heute auch das herrliche Wetter genossen?
Ich hoffe, dass es noch ein bißchen so bleibt.

Liebe Grüße Elisabeth